Ode an die BFF

Es scheint mir an der Zeit, einige Worte über die weltallerbeste Freundin, die man haben kann, zu verlieren.
Weil es nötig ist und weil sie es verdiehnt hat.

Ich kenne sie gefühlten 1000 Jahre – tatsächlich hab ich sie 1987, wenn ich meiner Mom glaube, das erste Mal getroffen. Bei der musikalischen Früherziehung im Jugendheim der katholischen Kirchengemeinde „Maria Heimsuchung“ (und das erwähne ich hier nur, weil ich diesen Namen nach wie vor lustig finde). Meine Mom erzählt, wir hätten uns nicht wirklich gemocht – was ich mir nicht vorstellen kann, wo sie doch immer erzählt hat, dass ich das liebste kleine Mädchen unter der Sonne gewesen sei…

Claudia und ich, wir waren sogar auf der gleichen Grundschule, aber in unterschiedlichen Klassen und hatten folglich eher wenig bis gar nichts miteinander zutun. Danach auch nicht, weil ich musste den Umweg über die Realschule machen, während sie direkt auf’s Gymnasium ging.

Und da wären wir nun – im Jahr 2000, wo wir uns dann wiedergetroffen haben im Spanischkurs von Frau Rosendahl (die aus Buxtehude kam und beibrachte, lautstark auf Spanisch zu fluchen). Aber ich muss zugeben – Claudia und ich, wir konnten uns nicht ausstehen 😀
Ich dachte, sie hielte sich für was besseres. Sie hielt mich für versnobt und völlig abgedreht. Wie vermutlich alle anderen aus der Oberstufe auch und ich fürchte, meine roten Zöpfe haben ein wenig dazu beigetragen.
Aber irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem wir uns einfach nicht mehr aus dem Weg gingen – dazu beigetragen hat möglicherweise die Tatsache, dass wir keine 500m auseinanderwohnten und zwangsläufig im gleichen Bus gefahren sind.
Und ab ungefähr Februar 2001 haben wir ständig zusammengegluckt. In unserem „Dunstkreis“ gab es andere liebe Menschen, die die Runde komplett machten – aber diese Freundschaft hier hat Regen, Sturm, Hagel und Dürre überlebt. Nachdem wir uns ein paar Mal mehr als ordentlich angezickt haben – jemand wollte schon anfangen zu wetten – muss ich uns leider zugestehen, dass wir zusammen vermutlich noch unausstehlicher waren als jeder von uns alleine…

Und obwohl ich „nebenher“ hauptsächlich mit meinen Bands beschäftigt war, nach dem Abi nach Köln gezogen bin und von da nach Brilon und dann zurück in mein geliebtes Ruhrgebiet und sie erst mal im langweiligen Herten blieb (wo’s aber eigentlich doch sehr nett ist) und von da nach Bochum, wohnen wir heute 16km auseinander, aber wir treiben unsere Telefonleitungen ordentlich in die Höhe. Und obwohl sie mittlerweile glücklich verheiratet ist, ist sie immer für mich da. Andersherum auch – aber das hier ist nicht objektiv, sondern rein egositisch-subjektiv. Meine ganze Zeit über in Köln, wo ich wirklich viel Blödsinn gemacht und ordentlichen Scheiß gebaut habe – dieses Mädchen war die ganze Zeit über mein Gewissen! Als ich im öden Sauerland vor mich hin siechte – die Telefon“pause“ hat maximal drei Tage gehalten. Meinen ganzen seelischen Müll konnte und kann ich bei ihr abladen – egal, ob’s Nörgeleien über die Arbeit, Meckereien über die Uni, Jammereien über meine Männergeschichten oder wie zuletzt wirklich richtig böser Liebeskummer (oh!!! ich hasse das Wort!), der sich mit Missgunst, Zynismus und schlechten Angewohnheiten aus der Vergangenheit die Hand gab, sind und waren. Ein Anruf – zuletzt leider unter Tränen (und ich schwöre: das war das erste, einzige und letzte Mal) – und zack! Sie ist da! Regt sich mit mir gemeinsam auf, tröstet mich und versucht meine Welt zuretten, und wenn es so „Mädchenaktionen“ sind wie an denjenigen, der mich abgesägt hat, SMS zu verschicken um ihn ein wenig zu triezen.

Klar – ich rege mich oft genug über sie auf!! Und das zu Recht! Aber das darf nur ich!! 😀
Aber mal ganz ehrlich: Ich kenn mich jetzt schon eine ganze lange Weile und ich weiß, dass ich wahrlich kein einfacher Mensch bin, der leicht zu ertragen ist. Aber an der Stelle, wo meine Welt mal wieder aus den Fugen gerät, ist sie da und hält mir den geblümten Regenschirm über meinen flausigen Kopf. Weil sie weiß, dass nach dem Regen die Sonne wieder scheint und auch, dass sie mich ab und an dran erinnern muss, weil ich sowas allzu leicht vergesse.

Ihr kennt sie nicht und würdet ihr es – ich glaube kaum, dass ihr glauben könntet, dass zwei so unterschiedliche Leute so gut miteinander befreundet sein können. Wir haben da schon oft drüber gesprochen…Quintessenz: Funktioniert doch! Fertig. 😀

Also, meine Liebe, an dieser Stelle mal n riesengroßes DANKESCHÖN!!!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s