01.09.2009 – 31.08.2010: Ein sehr subjektiver Rückblick

Ich kannte diese Leute vor dem 01. September 2009 nicht – habe nie was von ihnen gehört und hatte echte Zweifel, dass es da irgendeine Verbindung geben wird … ich war schon immer gut im Zweifeln.

Und – ach! Wie habe ich mich hier getäuscht! Alle zusammen waren wir eingekesselt in einem sehr heruntergekommenen Tagungszentrum in Bochum-Gerthe (das ist da, wo Opel mal Autos gebaut hat…) und kannten uns alle nicht. Und keiner hatte auch nur die leiseste Idee von dem, was uns da erwartet. Denn hätten wir über die pädagogischen Hirnfickereien Bescheid gewusst – wären wir tatsächlich auf diese FSJ-K-Seminare gefahren??? Ich mit Sicherheit nicht…in aller Herrgottsfrühe ohne gescheiten Kaffee durch den Tagungsraum hüpfen…nur um ein Gemeinschaftsgefüge zu erzeugen? Wir hätten dieses auch ohne das gehabt…bei ’ner gescheiten Tasse Kaffee (denn der, den man uns vorsetzte – und zwar alle vier Seminare – war mehr als unterirdisch).

Jedenfalls habe ich diese Woche widererwarten halbwegs gut überstanden – abgesehen vom nächtlichen Scharchterrorismus meiner Zimmergenossen…

40 Leutchen – ich die Älteste, die Jüngste zehn (10!) Jahre jünger…oh Gott, oh Gott, oh Gott! Auf was hatte ich mich da eingelassen???

Am Ende dieser Woche pappte man mir, wie jedem anderen auch, einen gelbes DIN-A4-Blatt auf den Rücken (gut, bei manchen mag es grün oder rot oder sogar rot-kariert mit bunten Maiglöckchen gewesen sein, ist auch egal), mit der Anweisung, wir sollten uns gegenseitig und anonym einen Gruß hinterlassen. Und wieder hatte ich mich getäuscht, denn mein Zettel ist nicht leer geblieben.

Ein paar Auszüge (samt orthographischen Mängeln und Interpunktionsfehlern ;-)):

„mit dir kann man interessante Gespräche führen, ich finde es toll, dass du offen deine Meinung sagst und man bei dir immer weiss woran man ist“
„schön offen und unkompliziert“
„Alt aber nett“ (und dass gleich 2x…)
„Das kann ich nur unterstützen, Das witzigste zerknautschte Gesicht beim Aufstehen“ (…)
„Es macht sehr viel spaß mit dir“
„du bist echt ne coole sau“ (mein Favorit)
„irgendwie direkte Verbindung ohne viel geredet zu haben.“

Ich les‘ das immer wieder gerne – und jedes Mal erinnere ich mich gerne an diese erste Seminarwoche zurück.

Es folgten drei weitere Seminare – im tiefsten Sauerland, in Borken und shcließlich – bei gefühlten 80°C – im sommerlichen Hagen, auf dem höchsten Berg der Umgebung, der Sonne gnadenlos ausgeliefert…in einem Workshop mit zehn Leuten, darunter acht post-pubertäre Jungs…ich bin drei mal täglich unter der Dusche gewesen.

Am Ende dieser Woche gab’s keine Zettel auf dem Rücken, sondern n Umschlag mit Briefchen in die Hand. Gut – ich hab meinen viel später gekriegt, weil ich eher abgehauen bin, da ich mir die Augen ausgeheult habe, weil die Zeit jetzt vorbei war…nun gut. Unter diesen Briefchen, und ich habe noch jeden einzelnen, waren nette Zeilen und liebe Grüße – aber auch unerwartetes und absolut wunderbares.
Ein paar Auszüge:

„ohne dich wären die Seminare nur halb so entspannt gewesen. Du bist gechillt, ehrlich zu dir und anderen und du besitzt die Gabe der Selbstironie. Danke, für die vielen schönen Stunden mit dir“
„War schon ne geile Zeit. Dich mochte ich gleich vom ersten Seminar an“
„es ist viel zu spät, ich bin auch noch stark betrunken und trotzdem gebe ich mein Bestes, dir zu schreiben. Weil ich glaube, dass du ne ganz ganz Gute bist. Es war gut mir dir! Wahnsinnig!“
„Bleib so! Und auch von mir kommt das „P.S. Du bist sooo cool!“
„Ich will dich wiedersehen, weil ich dich super finde.“
„Troztdem bin ich froh, einen Menschen wie dich kennengelernt zu haben. Ich wünsch dir nur das Beste und das du glücklich bist. P.S.: Be proud to be you!“
„ich mache es kurz: gut.“ (Bombe!)

Das Allerbeste zum Schluss (und diesmal in voller Länge):
„diese Zeilen beginne ich ohne recht zu wissen, wohin sie mich führen werden. Zunächst mal direkt die Hoffnung: Hoffentlich bleiben wir in Kontakt! Die vier Seminare waren wirklcih eine tolle Zeit und das zu sehr großen Teilen duchr Dich! Selten trifft man so liebenswürdige und aufrechte Menschen wie Du einer bist. Es würde mich sehr traurig machen, wenn wir uns aus den Augen verlören. Auch wenn wie weit auseinander wohnen, kann das sicher klappen, denn obwohl ich mcih gerne als Realisten betrachte, bin ich doch in Wahrheit ein unverbesserlicher Optimist.
Wenn Du jemals etwas brauchst und seien es auch nur offene Ohren, zögere nciht es/sie bei mir zu suchen. Obwohl du älter bist als ich, schlagen bei mir dennoch die Beschützerinstinkte an (bin eben nicht nur ein unverbesserlicher Optimist, sondern auch ein notorischer Helfer und eine Harmoniesau). Ich mag Dich und möchte, dass es Dir gut geht!!! Zum Schluss noch ein bisschen Poesie in Form eines „schlauen Satzes“: „Trying to be someone else is a waste of the person you are.“ – Kurt Cobain
In höchster Sympathie und versuchter Empathie, Dein Sebastian“

Die meisten dieser Leutchen hab ich nie wieder gesehen, vergessen werde ich sie dennoch niemals.

An dieser Stelle mal ein riesengroßes DANKE SCHÖN an die SG2 (und auch ein paar Leutchen der SG3) für die besten Seminare, die man als FSJ-Klerin, die im tiefsten Sauerland versauern musste, haben konnte. Es machte das versauern weniger sauer…

Es war schon ne geile Zeit mit Euch, Jungs und Mädels – hahaha, vor allem mit meinen Hagenutten 😀 – und ich denke gerne daran zurück und möchte sie nicht missen!

Ich hoffe, es geht Euch allen mehr als gut!!

Nur das Beste und Allerallerbeste und ganz viele liebe Grüße

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s